Wettbewerb

AUFTAKTVERANSTALTUNG ZU RODGAU WEST

Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung fand am 23. November 2016 der offizielle Auftakt zur Baugebietsentwicklung »Rodgau-West« statt. Rund 200 Personen folgten der Einladung von Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Die Anwesenden wurden im ersten Teil der Veranstaltung über den aktuellen Sachstand der Voruntersuchungen sowie das Vorgehen für den geplanten städtebaulichen Wettbewerb informiert. Anschließend bot sich die Möglichkeit hierzu Rückfragen und Anmerkungen zu äußern. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten die Anwesenden selbst aktiv werden und an drei Stationen ihre eigenen Ideen und Anregungen zu verschiedenen Themen rund um »Rodgau-West« einbringen.

An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, die der Einladung gefolgt sind und sich über »Rodgau-West« informiert und mitdiskutiert haben.

Anbei finden Sie die Präsentation des Abends zum Durchblättern sowie die Gutachten, die im Rahmen der Voruntersuchungen erstellt wurden.

Präsentation und Protokoll
Präsentation der Auftaktveranstaltung
Protokoll der Auftaktveranstaltung

Gutachten
Gutachten zur verkehrlichen Leistungsfähigkeit und Erschließung (Habermehl & Follmann)
Schallgutachten (TÜV Hessen)
Potenzialanalyse Nahversorgung (Stadt + Handel)
Baugrundgutachten (Geotechnisches Büro Thomas Meßmer)
Gutachten und Stellungnahme zur Entwässerung und Niederschlagsableitung (Golükes Ingenieure)
Natur- und Artenschutzgutachten (Planungsbüro Dr. Huck)
Klimaökologisches Gutachten (Ökoplana)

ABLAUF DES WETTBEWERBS

Der Realisierungswettbewerb wurde nach den »Richtlinien für Planungswettbewerbe« RPW 2013 von der Stadt Rodgau in enger Kooperation mit der Hessischen Landgesellschaft ausgelobt. Die Wettbewerbsbetreuung erfolgte durch das Dortmunder Büro post welters + partner mbB.

Drei Büros wurden von der Stadt Rodgau als Auslober des Wettbewerbes im Februar direkt zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen. Daneben nahmen weitere 12 Arbeits-gemeinschaften bestehend aus Stadtplanungs-/Architekturbüros und Landschaftsarchitekten, nach einem EU-Weiten Bewerbungsverfahren, am Wettbewerb teil. Letztendlich haben 11 Büros ihre Arbeiten bis zum 9. Mai eingereicht.

Ziel des Wettbewerbes war es, für Bauherren und Nutzer eine optimale und wirtschaftliche Lösung der Planungsaufgabe zu erreichen, die am besten durch den Vergleich unterschiedlicher Alternativen möglich ist. Wichtige Anforderungen, die bei einem fairen Wettbewerb erfüllt werden müssen, waren unter anderem die anonyme Beurteilung aller Wettbewerbsbeiträge und die Bewertung der Arbeiten durch ein unabhängiges Preisgericht.

Die Teilnehmer erhielten am 6. März 2017 die Planunterlagen. Am 20. März 2017 fand ein Einführungskolloquium mit allen Teilnehmern und dem Preisgericht vor Ort statt. Hier konnten Rückfragen zum Verfahren und zur Wettbewerbsaufgabe gestellt und anschließend geklärt werden. Den Teilnehmern blieben insgesamt neun Wochen zur Bearbeitung und Fertigstellung der Planunterlagen, die bis zum 9. Mai 2017 eingereicht werden mussten. Nach einer Vorprüfung der anonym vorliegenden Arbeiten durch das Büro post welters + partner mbB aus Dortmund, tagte am 7. Juni 2017 das unabhängige Preisgericht unter Vorsitz von Frau Prof. Christa Reicher. Erst nach der Auswahl der Preisträger wurde dem Preisgericht die Urheberschaft der eingereichten Arbeiten bekannt gegeben, um eine größtmögliche Neutralität bei der Auswahl und Beurteilung zu gewährleisten.

Protokoll der Preisgerichtssitzung

DER SIEGERENTWURF

Der Entwurf von Prosa Architektur + Stadtplanung / Quasten Rauh PartGmbB, Darmstadt in Zusammenarbeit mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden überzeugte nicht zuletzt wegen seiner vier streifenartig angelegten Bebauungsfelder, begleitet durch großzügig dimensionierte Grünstreifen, welche auch als Frischluftschneisen fungieren.

Der Ansatz der Arbeit, gemischte Wohnungsbaufelder mit unterschiedlichen Haustypologien anzulegen, überzeugt sehr. So entstehen vielfältige Wohn- und Lebensatmosphären, die für eine sich demografisch verändernde Gesellschaft einen zukunftsweisenden Rahmen darstellen. Gut dimensionierte Gemeinschaftsfreiflächen, die jedem Teilraum zugeordnet sind, bieten sich für verschiedene kollektive Nutzungen an. Die Schleifenerschließung nimmt die wesentlichen quartiersbezogenen Durchfahrtsverkehre auf. Positiv wird die Herausarbeitung einer mitten im Quartier liegenden Platzsituation gesehen. Besonders hervorzuheben ist das anvisierte ressourcenschonende Mobilitätskonzept, das ausreichend Car-Sharing Plätze dezentral zuweist, einen ausgeglichenen Stellplatzschlüssel definiert und ein bewusst nicht hierarchisiertes Radwegesystem konzipiert. Die Ausführung und Detailgestaltung überzeugt noch nicht in Gänze. Auch der Vorschlag, auf Einfamilienhäuser gänzlich zu verzichten, wird von der Jury nicht unterstützt. Der Entwurfsvorschlag der Nachbarschaftscluster ermöglicht aber mit den vorgeschlagenen Einzelhaustypen und der Reihenhausbebauung den geforderten Nachweis für Einfamilienhäuser zu liefern. Das Konzept mit passiven Lärmschutzmaßnahmen im Westen und Osten des Plangebietes auf den Straßen und Bahnlärm zu reagieren wird begrüßt. Die Verknüpfungen zu den bestehenden Stadtteilen im Osten mit Unter- oder Überführungen der S-Bahn sind noch nicht räumlich ausgeprägt. Die Ausgestaltung der Verkehrsanbindung im Süden soll noch konkretisiert werden. Die Fortführung des Helixparks ist in dem Entwurf nur in Ansätzen aufgenommen worden. Hier bedarf es noch einer weiteren Konkretisierung. Insgesamt entsteht mit dem Entwurf aber ein vielfältiges neues Quartier mit klarer Adressbildung, gemischten Wohnatmosphären und einer deutlichen Mitte.

1. Preis - Prosa Architektur+Stadtplanung / Quasten Rauh PartGmbB, Darmstadt mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

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